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Pinchas Idan. En politischer elbstmord
Ein politischer Selbstmord
Ich kam, sah und ging -  Im israelischen TV-Sender 1 um 22:30 Uhr
Von: Orna Landau - Yedioth Ahronoth
 
Eine der ständigen Vorwürfe an die staatlichen TV-Sender ist ihre Interesselosigkeit an gesellschaftlichen Themen, zwischen einer Armutsreportage zur anderen.
Das nächste Mal, wenn wieder diese berechtigten Vorwürfe gemacht werden, wird der TV-Sender 1 als Erwiderung den Film von Tzvika Vloch präsentieren können "Ich kam, sah und ging".
 
Tzvika Vloch stellte sich vor eine durchaus unattraktive Aufgabe. Während drei Monaten begleitete er die, vor dem Zusammenbruch stehende Stadtverwaltung von Lod. Der Held seiner Geschichte ist Pinchas Idan, der ehemalige Bürgermeister. Im Laufe der Dreharbeiten kommt Idan zu dem Schluss, dass er nicht mehr fähig ist, die Stadt ohne staatliche Hilfe zu verwalten. Als seine Bitten um Unterstützung nicht bewilligt werden, begeht er politischen Selbstmord und beruft zu einem verantwortlichen Ausschuss ein. Die Mitglieder der Stadtverwaltung sind von diesem Schritt, welcher ihn und sie selbst nach Hause schicken wird, fein ausgedrückt, nicht begeistert, aber Idan behauptet, dass ihm ein Jahr genügt hätte, um zur Einsicht zu kommen, dass die Stadt auf keine andere Weise gerettet werden könne.
Er geht nach Hause. Es fragt sich, ob er ein Held, ein Feigling oder vielleicht einfach ein Mensch ist.
 
Vlochs Film stellt die Leitung der Stadtverwaltung von Lod als Aufgabe dar, welche kein dickes Gehalt zu süßen vermag. Obdachlose, Narkomanen, Eltern, welche sich fürchten, ihre Kinder in einer kriminellen Umwelt aufzuziehen. Darüber hinaus bestehen auch Konflikte zwischen der arabischen und jüdischen Bevölkerung der Stadt, eine große Auszugsrate und ein bombastischer städtischer Verwaltungsmechanismus.
 
"Ich kam, sah und ging" ist kein Film, welcher angenehm anzusehen ist. Vloch hatte keinerlei Maßnahmen getroffen, ihn leicht verdaulich zu machen. Außer der ungenauen Tonspur mit den Liedern, welche eher zu einem zufriedenen und gesättigten Israel passen, reflektiert er die chaotische und elende Realität und bleibt an ihr beinahe kleben. "Ich kam, sah und ging" ist ein wichtiger Film und außerdem erklärt er, weshalb so wenige Filme dieser Art gedreht werden.